Nordisch Bitter

Mit dem Nordisch Bitter hat die Digestifkultur Einzug gehalten in die Destillerie Gottesgabe. Von den Kunden gewünscht wurde ein Kräuterbitter, der sich in wesentlichen Punkten abhebt von den marktgängigen Bitteren. Steckbrief: Zart bitter – man wollte sich nicht schütteln müssen. Im Gegenteil, ein schönes Essen sollte mit einem Hochgenuss enden. Aus diesem Kundenwunsch hat sich über Jahre unser beliebtestes Produkt entwickelt, dass auch Anklang in der anspruchsvollen Gastronomie gefunden hat.

Inspiriert mich
immer wieder
aufs Neue
Robert Stolz, Restaurant Stolz, Plön

Gewünscht, getan. Die Rezeptentwicklung wurde angepackt und damit die Suche nach der optimalen Auswahl an Bitterstoffdrogen und der besten Grundlage, um Geschmack und Wirkstoffe auszuziehen – Destillat, Wein oder wässriger Auszug? Mit den Recherchen begann eine Reise zu den Wurzeln der Digestifkultur, eine Reise in die Klöster der Renaissance.

Schon die Mönche sammelten und kultivierten Heilpflanzen und schrieben ihre Kenntnisse um die Wirkung der Kräuter nieder. Nicht umsonst hat es später der Chartreuse aus den Kartäuserklöstern zu Weltruhm gebracht. Aber auch außerhalb der Klostermauern beschäftigte sich zum Beispiel der Arzt und Botaniker Lonicerus bereits systematisch mit der Frage, wie die Wirkstoffe von Arzneipflanzen am besten gelöst werden könnten. Die einen zog er mit Wasser aus, die anderen unter Zugabe von Honig, wieder andere in Wein.

… regional, authentisch, individuell – einfach anders!
Thomas Kallenberg, Kai 3, Sylt

Die Wurzeln der Digestifherstellung werden in der alten Literatur übereinstimmend als Herstellung von Auszügen in Wein und Wasser beschrieben. Nur selten wurden die Kräuter in hochprozentigem Weingeist ausgezogen (mazeriert), weil man bereits wusste, dass die gewünschten Wirkstoffe darüber schlechter gelöst werden können. Auch in den später entstandenen Werken zur Destillierkunst findet man dieses Wissen noch bei den Destillateurmeistern (um 1827). Ebenfalls in der Zeit um 1800 entstand die Pharmakognosie, die sich als wissenschaftliche Disziplin mit den Heilmitteln aus der Natur befasst. Noch heute ist die Pharmakognosie Bestandteil der pharmazeutischen Ausbildung von Apothekern.

Erst mit der Industrialisierung ging man dazu über, Kräuter nur noch zu “brennen” und die klaren Destillate nachträglich einzufärben. Für den Nordisch Bitter war nach dem Literaturstudium dagegen entschieden, dass wir die Bitterdrogen in Wein mazerieren würden. Unsere Spezialisierung auf Wildfrüchte und der eigene Anbau legten nichts näher, als dafür einen eigenen Wildfruchtwein zu entwickeln. Als ideal für diesen Zweck hat sich die Apfelbeere, Aronia, herausgestellt. Ihre kräftige Fruchtnote gibt dem Nordisch Bitter Fülle und wird von den intensiven Kräutern abgerundet und nicht überlagert.
“Nordisch Bitter” ist eine eingetragene Marke der Destillerie Gottesgabe.

Chartreuse

Die Bitterdroge

Was für den Destillateur eine Bitterstoffdroge ist, ist in der Pharmakognosie noch lange keine solche. Während dem Destillateur allein der bittere Geschmack ausreicht, um von einer Bitterdroge zu sprechen, ist für den Apotheker neben dem Geschmack die arzneiliche Wirkung ausschlaggebend. Ein bitteres Kraut, dem die verdauungsfördernde Wirkung fehlt, ist aus Apotherkersicht keine Bitterstoffdroge.