Natürlicher Anbau

Wer hervorragende Destillate herstellen will, kann nur das beste Obst einsetzen. Deshalb bauen wir das Obst für unsere Spirituosen auf vier Hektar eigenem Land selbst an. Die Obstwiesen liegen eingerahmt von einem Buchenwald in Süd-West-Hanglage, wo sie bis zum Sonnenuntergang beschienen werden.

So liegt es voll und ganz in unserer Hand, die Früchte im Moment absoluter Brennreife zu pflücken. Die angebauten Sorten und Wildfrüchte sind bewusst für die Verarbeitung ausgewählt und als Handelsware größtenteils nicht käuflich.

Wie auf der Streuobstwiese

Unser Anbau unterscheidet sich deutlich vom üblichen Erwerbsanbau. Ähnlich den traditionellen süddeutschen Streuobstwiesen, stehen die Bäume bei uns auf extensiv bewirtschafteten Wiesen. Die Flächen werden ausschließlich gemäht. Es werden keine synthetischen Dünger oder Pestizide eingesetzt. Unkrautfreie Streifen unter Bäumen und Büschen sieht man bei uns deshalb nicht. Dadurch haben unsere Pflanzen es natürlich schwerer. Wir setzen sie jedoch aus ganz bestimmten Gründen diesen

wild-natürlichen Bedingungen aus: Anbaumethode und Lebensumstände beeinflussen die Fruchtqualität wesentlich.

Schmeckt besonders intensiv

Unser Ziel ist es nicht, möglichst einheitliches, schönes, großes Marktobst zu erzeugen. Wir legen den größten Wert auf Obst, das so ursprünglich schmeckt wie aus dem eigenen Garten. Deshalb bauen wir unser Obst so an, dass neben den primären Pflanzeninhaltsstoffen (vereinfacht: Zucker, Wasser, Masse) besonders sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe aufgebaut werden (Vitamine, Farb- und Gerbstoffe). Denn diese prägen ganz besonders den Geschmack der Früchte.

Daneben entspricht es einfach unseren eigenen Grundsätzen, die Natur zu respektieren und nachhaltig mit den uns gegebenen Ressourcen umzugehen. Wir sind ganz verliebt in unsere kleine Plantage – ein anderer Weg wäre für uns undenkbar. Dabei arbeiten wir gezielt mit den Strategien der Natur. In einer artenreichen Wildwiese sind Nützlinge ganz von allein vorhanden. Indem wir zusätzliche Nisthilfen und Unterschlupfmöglichkeiten bereitstellen,

unterstützen wir sie lediglich. Auch die Kulturen kompensieren den extensiven Anbau an vielen Stellen ganz von allein. Bäume bilden zum Beispiel ein tieferes Wurzelwerk aus, um an Nährstoffe und Wasser zu gelangen. Mangelphasen können dadurch sogar besser überbrückt werden.

Es versteht sich von selbst, dass in unseren Obstwiesen vieles Handarbeit ist und zu Fuß erledigt wird. Traktoren und Geräte sind klein dimensioniert, um den Boden zu schonen. Es ist eine Freude, zu sehen, wie sich der Boden mit jedem Jahr, seit wir die Flächen übernommen haben, erholt und lockerer wird.

Hoch- und Mittelstamm

“Die besten Birnen kommen von den höchsten Bäumen”, so steht es in einem alten Destillateurbuch. Auch wir haben uns zu Gunsten der Fruchtqualität für Hoch- und Mittelstämme und gegen die üblichen Spindelbäume entschieden. Für die Ernte heißt es dadurch häufig, die Leiter zu erklimmen. Im Geschmack der Früchte zahlt sich dies aber aus. Die Bäume werden zudem älter und erschließen sich tiefer liegende Nährstoffe und Wasser.

Himbeeranbau in Gottesgabe

Frühjahr: Alte blattlose Ruten sind gut erkennbar und werden herausgeschnitten, damit die jungen kräftig nachtreiben können. Brennnesseln, Disteln und Moos werden von Hand gerupft.

Herausgeschnittene Ruten werden mit dem Mulcher zerkleinert und bleiben als Deckschicht direkt in den Gassen liegen.

Im Juli biegen sich die Ruten vor Früchten. Diese Hausgarten-Sorte reift über mehrere Wochen.

Über Wochen werden nur die Früchte mit voller Brennreife für die Verarbeitung geerntet.

Im Herbst wird sichtbar, dass die Himbeerruten nicht nur uns dienen. Vögel nutzen sie gern als Brutstelle.

Hier beginnt der Zyklus. Der Boden wurde gepflügt und geegt, 420 Jungpflanzen von Hand gesetzt. Nun müssen sich die Pflänzchen behaupten.